Jena, 4.2.2026

Als Thü­rin­ger Zukunfts­zen­trum haben wir stets ein Ohr am Puls der Beschäf­tig­ten – auch in unse­rer For­schung.

Wie erle­ben Beschäf­tig­te aus Thü­rin­ger Lebens­mit­tel­in­dus­trie und Gast­ge­wer­be Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­se im All­tag und wel­che Rol­le spielt Mit­spra­che dabei? Aus­sa­ge­kräf­ti­ge Ant­wor­ten lie­fert eine quan­ti­ta­ti­ve Online-Befra­gung unse­rer ZeTT-Exper­ten Oskar But­ting und Dr. Tho­mas Engel (Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena), durch­ge­führt in Koope­ra­ti­on mit der NGG Regi­on Thü­rin­gen von Mai bis Juli 2025. 145 Teil­neh­men­de, über­wie­gend aus der Lebens­mit­tel­in­dus­trie, haben unser Team dabei unter­stützt, Her­aus­for­de­run­gen und Hand­lungs­spiel­räu­me sicht­bar zu machen. Das Ziel unse­rer For­scher: Auf Beschäf­tig­ten­be­dürf­nis­se aus­ge­rich­te­te Stra­te­gien für Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se zu erar­bei­ten.

Ein zen­tra­les Ergeb­nis der ZeTT-Stu­die: Digi­ta­li­sie­rung wird häu­fig als zusätz­li­che Anfor­de­rung erlebt – und dies eher psy­chisch als kör­per­lich. Ent­las­tung wird dage­gen deut­lich sel­te­ner als Fak­tor genannt. Gleich­zei­tig zeigt sich bei posi­ti­ven wie nega­ti­ven Aus­sa­gen ein ins­ge­samt aus­ge­wo­ge­ner Blick auf die Digi­ta­li­sie­rung: Vie­le sehen sowohl Risi­ken als auch Chan­cen.

Wie wird die Gestal­tung von Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­sen wahr­ge­nom­men? Vie­le Befrag­te erle­ben Digi­ta­li­sie­rung nur sehr sel­ten als an ihren Bedürf­nis­sen aus­ge­rich­tet und neh­men nur gerin­ge Ein­fluss­mög­lich­kei­ten auf den Ein­satz digi­ta­ler Tech­nik an ihrem Arbeits­platz wahr. Dies bemän­geln gan­ze 57 Pro­zent, wäh­rend wei­te­re 32 Pro­zent dies teil­wei­se so sehen.  Ein kri­ti­scher Punkt ist auch die Trans­pa­renz: Wer­den Ver­än­de­rungs­pro­zes­se nicht nach­voll­zieh­bar erklärt, wird Mit­spra­che prak­tisch unmög­lich und Unsi­cher­heit wächst.

Mehr Mit­spra­che­mög­lich­kei­ten wer­den laut Erhe­bung da erlebt, wo es einen Betriebs­rat gibt. Dies wie­der­um bringt eine höhe­re Arbeits­zu­frie­den­heit mit sich: Mit­be­stim­mung schafft Struk­tu­ren, um Infor­ma­tio­nen ein­zu­for­dern, Lösun­gen aus­zu­han­deln und Digi­ta­li­sie­rung stär­ker an guter Arbeit aus­zu­rich­ten.

Fazit: Nicht die Digi­ta­li­sie­rung an sich ist der ent­schei­den­de Fak­tor im Hin­blick dar­auf, ob Beschäf­tig­te ihre Arbeit als pro­duk­tiv und posi­tiv erle­ben, son­dern wie sie ein­ge­führt und umge­setzt wird. Wo Beschäf­tig­te ein­be­zo­gen wer­den, steigt die Zufrie­den­heit mit der Digi­ta­li­sie­rung deut­lich. Wo Mit­spra­che fehlt, wird Digi­ta­li­sie­rung häu­fi­ger als belas­tend, fremd­be­stimmt und ver­un­si­chernd erlebt. Mit­be­stim­mung — eine zen­tra­le Vor­aus­set­zung dafür, dass digi­ta­le Ver­än­de­run­gen posi­tiv erlebt und ange­nom­men wer­den.

Alle Ergeb­nis­se im Detail fin­den Sie in der Gale­rie unten.

Aus­blick: Im 2. Halb­jahr 2025 wur­de die Befra­gung bun­des­weit durch­ge­führt. Im Jah­res­ver­lauf 2026 ver­öf­fent­licht unser Team eine detail­lier­te Stu­die. Um die Befun­de zu ver­tie­fen, sind Inter­views mit Beschäf­tig­ten, Betriebs­rats- und Gewerk­schafts­mit­glie­dern geplant.  Wir hal­ten Sie hier auf dem Lau­fen­den.

Möch­ten Sie die Trans­for­ma­ti­on in Ihrem Unter­neh­men nach­hal­tig und erfolg­reich gestal­ten? Dann neh­men Sie Kon­takt zu uns auf.

Unse­re Ange­bo­te sind kos­ten­frei dank öffent­li­cher För­de­rung durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les, die EU via Euro­päi­scher Sozi­al­fonds (ESF) und das Thü­rin­ger Minis­te­ri­um für Sozia­les, Gesund­heit, Arbeit und Fami­lie.